Fragen & Antworten

Warum braucht Bochum ein Musikzentrum?

Bochum braucht ein Musikzentrum als Bildungseinrichtung und Begegnungsstätte für alle Bürgerinnen und Bürger. Sowohl die über 10.000 Musikschülerinnen und Musikschüler als auch die Bochumer Symphoniker benötigen dringend eine adäquate Spiel- und Probenstätte. Das Musikzentrum wird aber zugleich künstlerisch-professionellen Schaffensraum für alle anderen musikalischen Akteure der Stadt wie die zahlreichen Chöre bieten. Solch eine Einrichtung fehlt bisher.

Wie groß soll das Musikzentrum sein?

Die aktuellen Planungen für das Musikzentrum sind auf die konkreten Bochumer Bedürfnisse und Ziele abgestimmt. Dazu gehört als Raumprogramm:

  • ein konzertant nutzbarer, großer Saal mit 820 bis 1000 Plätzen und Bühne
  • ein nicht fest bestuhlter, für Musikakustik optimierter Multifunktionssaal mit etwa 300 Plätzen und Bühne
  • Workshop- / Seminarräume, Education-Center
  • ein großes Foyer – auch für Lesungen, kleinere Konzerte, Get-Togethers und nicht Vorhersehbares in der Marienkirche
  • Stimmzimmer, Probenräume, Künstlergarderoben
  • Räume für die Infrastruktur eines konzertanten Hauses
  • Notenarchiv, Inspizientenräume, Lagerräume

Ideal wäre auch die Unterbringung der Verwaltungsräume der Bochumer Symphoniker im Gebäude oder in unmittelbarer Umgebung des Musikzentrums.

Wie soll es aussehen?

Zehn Architekturbüros haben sich am europaweiten Wettbewerb beteiligt. Gewonnen haben die Stuttgarter Architekten Martin Bez und Thorsten Kock. Sie stellen die Marienkirche ins Zentrum ihres kompakten und durchdachten Entwurfes. 

Der Bochumer Architekt Holger Rübsamen zum Siegerentwurf: „Musikzentrum Bochum, ein Haus für die Musik (…) Dieses Haus will keine Philharmonie sein und diesem Anspruch wird der Entwurf von Bez + Kock Architekten, Stuttgart, ohne Zweifel gerecht.

Mit ihrer Haltung zu einer zeitgenössischen, klaren und disziplinierten Architektursprache gelingt es den Architekten eindrücklich, die Marienkirche gleichberechtigt mit dem Konzertsaal einerseits und dem Multifunktionssaal andererseits in ein Gesamtensemble einzubinden. (…) Und während man erwarten durfte, dass der Raum der Marienkirche zum Multifunktionssaal umgewidmet wird, schlagen Bez+Kock eine verblüffende Variante vor: Die Kirche als Foyer. Welches Haus für Musik hat einen solch großartigen Auftritt?“

Details finden Sie unter:

http://www.bochumer-symphonie.de/architektur.php

Wann soll das Musikzentrum gebaut werden?

Geplanter Baubeginn ist 2013.

Wer soll es nutzen?

Das Musikzentrum soll als Spiel- und Probenstätte der Bochumer Symphoniker und als Forum für musikalische Bildung der Bochumer Musikschule und weiterer kultureller Anbieter und Produzenten dienen, außerdem der gemeinnützigen Förderung von Musik, kultureller Bildung und Wissenschaft.

Kann sich Bochum ein Musikzentrum leisten?

Bochum kann es sich keinesfalls leisten, nicht mehr in Stadtentwicklung zu investieren: in Straßen, moderne Seniorenzentren, Kindertagesstätten, Schulen. Bochums Bürgerinnen und Bürger wissen: Eine Stadt, die nicht mehr investiert, verliert ihre Anziehungskraft, ist nicht mehr lebenswert. Und sie verliert damit auch viele Einnahmen - die Grundlage von Investitionen in der Zukunft.

Firmen, die qualifizierte Fachkräfte benötigen, hätten es deutlich schwerer, ohne attraktives kulturelles Umfeld diese für den Standort Bochum zu motivieren, es würden somit möglicherweise weniger Arbeitsplätze geschaffen, gut verdienende, hochqualifizierte und mobile Fachkräfte könnten ihren Wohnsitz mit ihren Familien in anderen Städten wählen mit allen Konsequenzen für Steuerkraft, Kaufkraft, Immobilienmarkt etc.

Bochum kann es sich nicht leisten, durch den Verzicht auf Investitionen in Einrichtungen, die Garanten für eine hohe Lebensqualität sind, seine oberzentrale Position, seine Stellung als kulturelles Zentrum der Region durch Stillstand oder gar Rückwärtsentwicklung aufs Spiel zu setzen. Dazu gehören insbesondere auch Einrichtungen der Hoch- und Basiskultur, der kulturellen Bildung, der Freien Kulturszene und dazu gehört auch das Musikzentrum.

Fehlt das Geld, das für den Neubau des Musikzentrums ausgegeben wird, an anderer Stelle?

Alle Fördermittel sind zweckgebunden. Wenn das Musikzentrum nicht gebaut würde, könnte das Geld nicht für Schul- oder Straßensanierungen verwendet werden. Es könnte noch nicht einmal in Bochum eingesetzt werden.

Außerdem: Bochum investiert im derzeitigen Fünf-Jahres-Zyklus mehr als 100 Millionen Euro, dem größten Investitionsbudget der Stadt, in Schulneu- und umbauten und engagiert sich mit viel Geld für den Ausbau der Kinderbetreuung.

Wie hoch sind die Kosten für das Musikzentrum, und wie teilen sie sich auf?

Die Kosten sind im Wettbewerb auf 33 Millionen Euro festgeschrieben. Während der kompletten Planungs- und Bauphase findet eine strenge Kostenkontrolle statt. Die zusätzlichen gebäudespezifischen Betriebskosten dürfen sich auf maximal 650.000 Euro jährlich belaufen. Davon erwirtschaften die Bochumer Symphoniker jährlich 350.000 Euro selbst im Rahmen Ihres vorhandenen Budgets.

Wie werden die Kosten finanziert?

16,53 Millionen Euro Förderung für das Musikzentrum kommen von Land und EU, 14,3 Millionen von privaten Spendern - inklusive zwei Millionen von Sparkasse und Stadtwerken als selbständige Unternehmensentscheidungen, 2.4 Millionen beträgt der kommunale Eigenanteil.

Nicht in Euro und Cent zu beziffern sind der Imagegewinn und die wirtschaftlichen Effekte durch die Impulse, die das Musikzentrum für die Stadtentwicklung und die Aufwertung der Innenstadt bringt. Wenn das Zentrum nicht gebaut würde, sparte die Stadt lediglich einmalig ihren Eigenanteil von 2,4 Millionen Euro für das Musikzentrum und 300.000 Euro zusätzliche Betriebskosten jährlich.

Für Abschreibung nach den Regeln der kommunalen Finanzwirtschaft ist mit deutlich unter 100.000 Euro jährlich zu rechnen.

Wie kommt es zum herausragenden Engagement der Bochumer für das Musikzentrum?

Bochum hat ein kulturell ambitioniertes Publikum. Hier leben viele Menschen, die häufig kulturelle Veranstaltungen besuchen, nicht zuletzt dank der Tradition des seit Jahrzehnten renommierten Schauspielhauses. Bochums Bürgerinnen und Bürger haben für die Förderung der Musik in vielfältiger Form Verantwortung übernommen.

Mit der Stiftung für ein Konzerthaus hat ihr Engagement eine neue Dimension erreicht: 14,3 Millionen Euro kommen von privaten Spendern. Dies zeigt die Bereitschaft der Menschen in der Ruhrregion, auch in schwierigen ökonomischen Zeiten Verantwortung für die Lebensqualität in Bochum zu übernehmen. Ohne dieses überwältigende bürgerschaftliche Eintreten für das Projekt gäbe es das Musikzentrum nicht, da ein großer Teil der Finanzierung nicht sicher gestellt werden könnte.

Dafür ist den über 25.000 Spendern ein besonderer Dank auszusprechen.

Könnten die Bochumer Symphoniker nicht weiter an Orten wie dem Audi Max, der Jahrhunderthalle Bochum und draußen spielen?

Das Audi Max der Ruhr-Universität ist in erster Linie der größte Hörsaal der Ruhr-Universität und auf damit auf die akustischen Belange von Vorträgen etc. ausgelegt, nicht für Musikakustik.

Die Jahrhunderthalle Bochum ist Hauptspielort der Ruhrtriennale und damit über den größten Teil des Jahres durch diese und andere Veranstaltungen belegt, so dass hier keine kontinuierliche Spiel- und Probenstätte für die Bochumer Symphoniker oder die Musikschule eingerichtet werden könnte. Ebenso ist die Charakteristik der Akustik des Schauspielhauses als Sprechtheater.

Die Bochumer Symphoniker werden auch nach der Errichtung des Musikzentrums ihre Tradition beibehalten, Produktionen an den Orten zu präsentieren, an denen sie bisher auch gespielt haben, wie Open Air Konzerte im Bermuda3eck oder Konzerte in der Bogestra-Wagenhalle.

Für ihre hochkarätigen Sinfoniekonzerte benötigen jedoch einen auf Naturklang hin optimierten Raum, der von seiner Größe und seinem Volumen ihrer hohen künstlerischen Qualität entspricht. Den gibt es derzeit in Bochum in dieser Beschaffenheit nicht.